Sunday 23rd February 2020,
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Testbericht zur Kompaktkamera Fuji X20

Gast Beitrag von Florian Holmer

Florian

Warum habe ich meine Nikon D5100 durch eine Fuji X20 ersetzt?!

Einige von euch, die gerne Reisen und die die Fotografie als ihr Hobby bezeichnen, kennen vermutlich auch das Problem mit dem ständigen Herumschleppen des kompletten Equipments.
Denn wer eine DSLR sein Eigen nennt, hat in den meisten Fällen auch sehr viel Zubehör, wie zum Beispiel Wechselobjektive, Stative und diverse Filter.

Dieses lagert schön verpackt in einem Fotorucksack, der ruck zuck die 5 Kilo-Marke überschreitet. Ganz zu Schweigen von der Sperrigkeit des Stativs!

Zudem erfordert ein tolles Foto oftmals eine aufwendige Vorbereitung:

Kamera aus der Tasche holen, Stativ aufbauen, Kameragurt durch Aufsatz fürs Stativ ersetzen und dann die Kamera optimal auf das jeweilige Objekt der Begierde einstellen, unter Umständen sogar das Objektiv wechseln, Kameragurt wieder anbringen, Stativ einfahren und im Rucksack verstauen, 100 Meter weiter: selbiges Spiel wiederholen.

Dieses “Theater“ ist meist schweißtreibend, denn ich bevorzuge vor allem im Urlaub wärmere Gefilde jenseits von 30 Grad Celsius.

Bei meinem letzten Asienurlaub habe ich mich dann immer häufiger dabei ertappt, dass ich meine Kamera im Hotel gelassen habe, weil es mir die eben beschriebene Prozedur schlicht weg zu anstrengend war. Schließlich will man den Urlaub auch ein wenig geniessen.

Wie kann ich beides haben? Tolle Bilder und kein Bastelset für Erwachsene?

Ich möchte keine großen Einbußen bei der Bildqualität, ein schönes Handling, eine reisetaugliche Brennweite und gleichzeitig soll sie klein genug sein um jederzeit in eine Bauchtasche bzw. in einen kleinen Rucksack zu passen. Eine eierlegende Wollmilchsau quasi 🙂

Ich begann im Internet zu recherchieren und stellte mich einer nicht enden wollenden Auswahl an Kompaktkameras, bis die Edelkompakte Fujifilm X20 meine Aufmerksamkeit erregte.

Ihre wichtigsten Daten:

– Sensor: CMOS-Sensor 2/3 8,8 x 6,6mm (Cropfaktor 3,9) 12,3 MP (Physikalisch) 12 MP (effektiv)

– Auflösung 4.000 x 3.000 / 2.816 x 2.112 / 2.048 x 1.536 Pixel

– Bildformate : RAW und JPEG

– Metadaten: EXIF 2.3

– Videoauflösung: von 640 x 480 (30 fps) bis Full HD 1920 x 1080 (60 fps)

– Videoformat: MOV

– Audioformat: WAV

– Objektiv: Fujinon (hochvergütet) 28 bis 112 mm (35 mm equivalent) 4 fach Zoom

– Schärfebereich : 50 cm bis unendlich (Weitwinkel) und 80 cm bis unendlich (Tele)

– Makrobereich: 10 – 300 cm (Weitwinkel) und 50 – 300 cm (Tele)

– Blenden : F2 bis F11 (Weitwinkel) und F2,8 bis F11 (Tele)

– Autofokus : Einzel-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, Manuell, AF Hilfslicht (Hybridautofokus)

– Schärfenkontrolle: Schärfentiefenkontrolle

– Filtergewinde: 52 mm

– optischer Sucher

– 2,8 “TFT LCD Monitor mit 460.00 Bildpunkten

– Dioptrinausgleich (-3,5 bis 1,0 dpt)

– Einschaltzeit : 0,5 sec.

– Gehäuse : Magnesiumlegierung

– Preis : 549.- UVP

Das genaue Datenblatt gibt es unter: www.fujifilm.eu/de/presse/archiv/news/die-essenz-der-fotografie-die-neue-premium-kompaktkamera-fujifilm-x20/

Ausschlaggebend für den Kauf waren für mich das sehr lichtstarke Objektiv mit F 2.0, der große CMOS Sensor 2/3 “, Full HD Videofunktion mit manueller Fokusierung und das Gehäuse aus Aluminiumlegierung.

Nun zum Praxistest:

Gleich nach dem Auspacken konnte ich mich von der tadellos guten Verarbeitung überzeugen. Das Gehäuse hat eine sehr gute Haptik und liegt mit seinen 380 Gramm einwandfrei in der Hand. Das Design erinnert an die alten Leica Kameras, was mir persönlich sehr gut gefällt. Die Kamera lässt sich am Objektiv ein- und ausschalten. Es genügt ein kleiner Dreh nach links und sie ist innerhalb einer halben Sekunde einsatzbereit. Somit quasi inkl. Schnappschuss-Garantie 🙂

Die ersten ausgewerteten Bilder am PC haben mich Anfangs wenig überzeugt. Das lag am eingestellten Automatikmodus, der nicht immer die perfekten Einstellungen (ISO / Blende / Belichtunszeit) wählt und zu unschönem Bildrauschen und falschen Kontrasten führt.

Um Welten besser wurden die Bilder in den Modi Manuell und Automatik plus, welche die jeweilige Umgebung / Situation vollständig erkennen und im Modus Blende / Zeit, welcher die Belichtunszeit an die jeweils gewählte Blendenöffnung automatisch anpasst, so dass man auch ein schönes Bouquet erzielen kann.

Pauschal fotografiere ich im Modus Automatik plus, da dieser sehr zuverlässig erkennt ob man ein Portrait, eine Landschaftsaufnahme oder auch einen Sonnenuntergang fotografieren möchte und somit super ist, wenn man unterwegs viele wechselnde Objekte vor die Linse bekommt.

Ich bezeichne dieses Programm als „ Rund-um-Sorglos-Paket“, da bisher alle damit geschossenen Bilder zu 99% meinen Vorstellungen entsprachen und zwar ganz ohne die Blende / Belichtungszeit oder den jeweiligen ISO Wert zu wählen.

An dieser Stelle wäre der eingebaute Blitz, welcher manuell (Schieberegler) ausgefahren und somit aktiviert werden kann, positiv zu erwähnen. Dieser ist in jedem Modus verfügbar und arbeitet für seine Größe erstaunlich gut. Der Blitz reicht auf jedem Fall für Portraits im Dunkeln solange das Objekt nicht zu weit entfernt ist. Auch bei Gegenlicht hat er sich schon mehrmals bewährt. Somit konnte ich bereits mehrere Schnappschüsse machen was mit meiner Nikon D5100 sehr schwer bis unmöglich war. Wenn man etwas mehr Zeit für ein Foto aufbringen kann z.B.: für ein Portrait oder einen Sonnenuntergang wird man das Programm Blende / Zeit sehr zu schätzen wissen. Hier sind bezaubernde Bouquets mit sehr ausgeprägter Tiefenschärfe möglich, was mir mit noch keiner Kompaktkamera gewollt gelungen ist. Auch Langzeitbelichtungen sind in diesem Modus möglich, so dass der Kreativität keine großen Grenzen gesetzt sind. Nach ein paar Wochen intensivem Testens gelingen mir wirklich super tolle Bilder, die der Qualität einer Spiegelreflexkamera bzw. Systemkamera nah bis sehr nah kommen. Letztendlich so nah wie noch keine Kompaktkamera zuvor.

Nur beim Nachbearbeiten der Bilder ist der Unterschied zu den „Großen“ erkennbar – etwa beim Hinein-Zoomen zum Nachbearbeiten der Bilder.
Dafür hat man jedoch eine Kamera, die man gerne jederzeit mitnimmt, was in meinem Fall bisher dazu geführt hat mehr authentische (Schnappschüsse) Bilder zu machen als zuvor. Ich kann sagen, dass mir das Fotografieren auf Reisen wieder mehr Spass macht da es mit keinerlei Stress verbunden ist und man sich mehr auf das Motiv konzentrieren kann anstatt auf die Technik.

Guten Gewissens kann ich diese Kamera jedem empfehlen, der es satt hat seine komplette Ausrüstung überall mit hin zu schleppen und minutenlang alles vorbereiten muss, um ein Bild schießen zu können.

Mein Fazit:

+ Design
+ Qualität
+ Fotoqualität
+ Preis
+ Größe
+ Bedienung (auch meine Freundin macht nun schöne und scharfe Fotos 🙂 )

– etwas geringe Brennweite im Tele
– Akkuleistung (Hier sollte man sich einen Ersatzakku zulegen)

Hier noch ein paar Beispielbilder

Testbericht zur Kompaktkamera Fuji X20, Sunset

 

Weitwinkel Aufnahme                                                             und mit maximalem Zoom

Testbericht zur Kompaktkamera Fuji X20, Weitwinkel Aufnahme     Testbericht zur Kompaktkamera Fuji X20, Zoom Aufnahme

 

 

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